Junge Welt und
Jungle World
Die Tageszeitung Junge Welt und die Wochenzeitung Jungle World sind mittlerweile Sinnbild für zwei unterschiedliche politische Richtungen in der Linken.
Die Junge Welt wurde bereits 1947 gegründet und war bis 1990 das Zentralorgan der Freien Deutschen Jugend (FDJ) in der DDR. Die Zeitung bestand auch nach der Wende fort. 1997 spaltete sich ein Großteil der Redaktion nach einem Streik ab und gründete die Jungle World. Während es sich bei dem Streik zunächst um einen Arbeitskampf handelte, zeigten sich aber auch diverse inhaltliche Differenzen, die nicht zuletzt entlang der Frage des Umgangs mit deutschem Nationalismus und Antisemitismus liefen. Beide Zeitungen haben ein linkes Selbstverständnis und widmen sich einem breiten Themenspektrum. Während die Junge Welt weiterhin antiimperialistisch orientiert ist, gilt die Jungle World heute eher als antideutsches Organ und versteht sich explizit »nicht antizionistisch, antisemitisch und antiamerikanisch« (Ivo Bozic).

